Umstrittene Entscheidung. Sollte man im Herbst eine Gartenbehandlung mit Eisenvitriol durchführen?

Eisenvitriol wird traditionell im Herbst zur Behandlung von Bäumen und Sträuchern eingesetzt. Es wird zur Vernichtung von Moosen, Flechten, Pilzkrankheiten und Schädlingen sowie zur Desinfektion von Wunden und Stämmen verwendet. Allerdings werden heftige und unversöhnliche Debatten darüber geführt, wie sicher dies ist. Gemeinsam mit dem Experten — dem Direktor der Agrarabteilung einer großen Marke, Alexei Gornow, — klären wir, wie sinnvoll dieses Verfahren ist.

Pro und Contra der Verwendung von Eisenvitriol

Trotz der weiten Verbreitung der Behandlung des Gartens mit Eisenvitriol kann diese Methode nicht als natürlich und sicher bezeichnet werden. Eisenvitriol ist eine aggressive Chemikalie, die bei Kontakt mit Pflanzen und Boden Verbrennungen, Versauerung und Störung des natürlichen Gleichgewichts verursachen kann. Nach der Behandlung leidet die Bodenmikroflora, nützliche Mikroorganismen, die für den Abbau organischer Stoffe und die Pflanzenernährung verantwortlich sind, sterben ab. Die regelmäßige Anwendung von Vitriol führt im Laufe der Zeit zu einer Verringerung der Fruchtbarkeit und einer Verschlechterung des allgemeinen Zustands des Gartens.

Angesichts der modernen Anforderungen an Umweltverträglichkeit und Produktsicherheit ist dieser Ansatz veraltet. Heute ist es wichtig, Pflanzen nicht nur zu schützen, sondern auch die natürlichen Prozesse zu erhalten, die die Gesundheit und Stabilität des Ökosystems des Grundstücks gewährleisten. Daher empfehlen wir nicht, Eisenvitriol im Garten und auf dem Feld zu verwenden, insbesondere auf Grundstücken, auf denen Obstkulturen für den Eigenverbrauch angebaut werden.

Womit kann man die Behandlung des Gartens ersetzen?

Statt aggressiver chemischer Mittel sollte man milde, umweltfreundliche und biologische Präparate wählen. Sie wirken nicht schlechter, stören aber nicht das natürliche Gleichgewicht. Zum Beispiel unterdrücken Biofungizide auf Basis von Trichoderma, Phytosporin Pilzinfektionen, stellen die Mikroflora wieder her und stärken die Immunität der Pflanzen. Auch organische Präparate mit Extrakten aus Nadelbäumen, Meeresalgen und Huminsäuren wirken gut; sie haben antiseptische und allgemein stärkende Wirkung. Und eine weitere Option für natürliche Düngemittel sind mineralische Chelatkomplexe, die es ermöglichen, Eisen- und andere Elementdefizite auszugleichen, ohne das Risiko von Verbrennungen und Bodenversauerung.

Dennoch ist die mechanische Reinigung von Stämmen und Ästen von Moosen und Flechten die sicherste und effektivste Pflegemethode, die man bei Bedarf durch die Behandlung mit natürlichen Lösungen ergänzen kann.

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Sicherheitsregeln bei der Behandlung des Gartens

Wenn Sie sich jedoch dafür entscheiden, den Garten mit Eisenvitriol zu behandeln, ist es wichtig, die Vorsichtsmaßnahmen strikt einzuhalten, um Schäden an Pflanzen und Boden zu minimieren, und die Schritte genau zu befolgen.

  • Vorsichtig sein.

Es ist erforderlich, mit Handschuhen, Schutzbrille und Atemschutzmaske zu arbeiten. Nicht in der Nähe von Kindern, Tieren oder Gewässern sprühen. Nach Abschluss der Arbeit Werkzeuge und Hände gründlich mit Seife waschen.

  • Behandlungszeit einhalten

Das Sprühen im späten Herbst nach vollständigem Laubfall durchführen, wenn die Bäume bereits in die Ruhephase eingetreten sind. Die Lufttemperatur sollte zwischen +3 und +10°C liegen, das Wetter — wind- und regenfrei.

  • Lösung vorbereiten

Für Obstbäume eignet sich eine 3-5%ige Eisen(II)-sulfatlösung — etwa 300-500 g Pulver auf 10 Liter Wasser verwenden. Für die Behandlung von Boden, Gebäuden und Zäunen — eine 5-7%ige Lösung im Verhältnis 500-700 g auf 10 l Wasser.

Die Substanz wird in einem Plastik- oder Glasbehälter unter gründlichem Rühren aufgelöst. Metalleimer sind nicht geeignet — das Sulfat reagiert mit ihnen.

  • Vorbereitung der Pflanze

Vor dem Sprühen die Baumstämme von Moosen, Flechten und abgestorbener Rinde reinigen. Abgefallene Blätter und Abfälle aus den Baumscheiben entfernen. Junge Bäume (unter 3 Jahren) nicht behandeln — ihre Rinde ist zu empfindlich.

  • Sprühen durchführen

Stämme und große Äste der Bäume, den Boden um die Baumscheiben sowie Gartenkonstruktionen, Zäune und Gewächshauswände gleichmäßig behandeln. Darauf achten, dass die Lösung nicht an der Rinde herunterläuft und sich nicht im Boden ansammelt.

  • Boden korrekt behandeln

Die Baumscheiben mit der restlichen Lösung gießen (1-2 Liter pro Baum). Dies hilft, Pilzsporen und überwinternde Schädlinge zu vernichten.

  • Bäume trocknen lassen

Nach der Behandlung müssen die Pflanzen vollständig trocknen, sie nicht sofort nach dem Sprühen abdecken.

Die Herbstbehandlung des Gartens sollte nicht nur auf den Schutz vor Krankheiten abzielen, sondern auch auf die Erhaltung der Gesundheit des Ökosystems. Eisen(II)-sulfat ist kein natürliches Mittel. Moderne natürliche und biologische Präparate erzielen das gleiche Ergebnis, jedoch ohne negative Folgen für Pflanzen, Boden und die zukünftige Ernte.

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