Die naheliegende Antwort — sie taugt zu nichts — ist bei Weitem nicht immer richtig. Alles hängt vom Grad des Anfrierens und dem Zeitpunkt ab, an dem es passiert ist. Im Detail besprechen wir es mit einem Experten.
Es antwortet Agronom Wassili Jakowlew:
— Lassen Sie uns zunächst klären, welche Kartoffel aus welchen Gründen der schädlichen Einwirkung niedriger Temperaturen ausgesetzt war: Saatkartoffel oder die für die Lagerung zum Verzehr vorgesehene?
Wenn Ihnen jetzt, im Herbst, die Saatkartoffel angefroren ist, leider — sie taugt tatsächlich zu nichts mehr als Saatkartoffel. Aber Sie können — wenn Ihnen Größe und Gewicht der Knolle zusagen — sie in die Kategorie des Nahrungsmittels überführen, und dann ändert sich das Bild radikal.
Eine angefrorene Kartoffel, wenn auf dem Schnitt keine Anzeichen von Fäulnis zu sehen sind, ist durchaus zum Verzehr geeignet. Ja, ihr Geschmack ist verdorben, da der Frost sie widerlich süß macht, aber das ist behebbar. Die unangenehme Süße lässt sich in allen traditionellen Kartoffelgerichten leicht ausgleichen.
Erstens kann man Kartoffeln, die nur leicht gefroren sind, für zwei Wochen an einen trockenen, warmen (Zimmertemperatur) und vor allem dunklen Ort legen. Nach 10–14 Tagen verschwindet die lästige Süße.
Zweitens: Wenn die Erfrierung stärker ist, überdecken alle möglichen Gewürze, Zwiebeln, Tomaten (auch Tomatenmark), saure Sahne, Sauerkraut und Gurkenlake die Süße erfolgreich.
Und zum Abschluss — über die Zukunft. Wenn Ihnen im Frühjahr die Saatkartoffel angefroren ist — beeilen Sie sich nicht, sie zu entsorgen. Legen Sie die Knolle an einen warmen Ort und beobachten Sie sie einige Tage. Es ist durchaus möglich, dass der Angefrorenheitsprozess noch nicht zu weit fortgeschritten ist; dann erscheinen Sprossen auf der Knolle. Wenn dies der Fall ist — dann ist alles in Ordnung, Sie können sie pflanzen. Wenn nicht — müssen Sie sie wegwerfen.