Winterkirsche. Warum Risse in der Rinde entstehen und wie Sie sie heilen können

Es kommt vor, dass bei jungen Sauerkirschen und Süßkirschen Risse in der Rinde auftreten. Das bedeutet nicht immer eine Krankheit. Die Hauptsache — die Ursache zu verstehen und der Pflanze zu helfen, sich zu erholen, ohne auf den Frühling zu warten.

Ursachen für das Auftreten 

Starke Temperaturschwankungen

Die häufigste Ursache — Sonnenbrände und Temperaturschwankungen. Tagsüber erwärmt sich die Rinde in der Sonne stark, und in der frostigen Nacht gefriert sie, was zu einem inneren Geweberiss führt. Besonders häufig treten diese «Sonnenrisse» auf der Südseite des Stammes auf — während der Tauwetterperioden am Tag.

Mechanische Schäden

Wenn bei Pflanzung, Schnitt oder Transport die Rinde leicht eingerissen war, wird die Dehnungsstelle mit der Zeit deutlicher. Junge Bäume verdicken sich schnell, und die alte Wunde «dehnt sich» mit dem Wachstum des Stammes aus.

Pilzinfektionen

Risse entstehen manchmal als Folge von Zytosporose, Bakterienbrand und gehen oft mit starkem Gummifluss einher. Dabei treten an der Schadstelle Verdunkelungen auf — ein Zeichen, dass der Baum krank ist und einer Behandlung bedarf.

Wie Sie dem Baum helfen können

Führen Sie eine Untersuchung durch

Wenn die Rinde nicht schwarz wird und die Ränder des Risses trocken und sauber sind — heilt der Baum von selbst. Wenn es im Inneren feucht ist, dunkel wird oder Gummi austritt, muss die Stelle behandelt werden.

Reinigen Sie die Wunde vorsichtig

Entfernen Sie mit einem scharfen Messer alle abblätternden Stellen bis zum gesunden Gewebe. Arbeiten Sie nur bei trockenem Wetter und desinfizieren Sie das Werkzeug (geeignet sind Chlorbleiche «Belizna» oder Wasserstoffperoxid).

Behandeln und schützen Sie

Bei Anzeichen von Pilzbefall (Verdunkelung oder unklare ablösende Strukturen auf der Rinde) behandeln Sie die Wunde des Baumes zusätzlich mit 1%iger Bordeauxbrühe oder einem modernen Fungizid. 

Siehe auch:
Wie können Sie den Vorsitzenden des SNT vorzeitig loswerden?

Lassen Sie die Wunde nach der Fungizidbehandlung ein paar Tage trocknen und verschließen Sie sie mit einer Spezialpaste oder Baumwachs. Sie können moderne Biobalsame verwenden — sie erzeugen einen elastischen Schutzfilm, der Luft durchlässt.

Kalken Sie den Stamm

Im Herbst, Winter oder frühen Frühling schützt der Kalkanstrich die Rinde vor Sonne und Temperaturschwankungen. Am besten verwenden Sie nicht gewöhnlichen Kalk, sondern fertige Gartenkalkanstriche mit Kupferzusätzen.

Vorbeugung

Sorgen Sie für mäßiges Gießen — Austrocknung verringert die Elastizität der Rinde.

Im Winter-Frühling können Sie den Stamm mit Agrarfaser (Spinnvlies) umwickeln – dies verringert das Risiko von Sonnenbränden und schützt vor Schäden durch hungrige Nagetiere. Verwenden Sie jedoch keine Polyethylenfolie – darunter sammelt sich Kondenswasser, wodurch die Rinde zu faulen beginnt.

Was kommt als Nächstes

Wenn der Riss bereits begonnen hat auszutrocknen und die Ränder sich leicht mit Kallus geschlossen haben – der Baum erholt sich. Verschließen Sie ihn mit Gartenbalsam und streichen Sie den Stamm weiß. Im Frühjahr wird die Wunde sich noch stärker schließen, und nach ein paar Jahren bleibt nur ein heller Streifen – «Narbe» des Wachstums, der nach etwa fünf Jahren vollständig von Rinde überwachsen und unsichtbar wird.

Übrigens

Junge Steinobstbäume sind besonders empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen und Sonneneinstrahlung. Daher ist es empfehlenswert, alle jungen Bäume – nicht nur Kirsch- und Süßkirschbäume, sondern auch Aprikosen-, Pfirsich- und Pflaumenbäume – bereits im Herbst zu kalken. Diese einfache Maßnahme verhindert 90 % solcher Risse und erhält die Rinde intakt.

Lesetipps

Wie richten Sie eine komfortable Grillzone ein?