Bei Frost müssen alle Setzlinge im Garten isoliert werden, auch die im Gewächshaus gepflanzten. Das erklärte die Expertin des Verbandes der russischen Gärtner, Olga Woronowa, im Gespräch mit Moskau 24.
Laut der Expertin können zwischen den Setzlingen Bögen mit einer Höhe von bis zu 15 Zentimetern aufgestellt und mit Lutrasil bespannt werden – einem speziellen synthetischen Material, das keine Kälte in das Gewächshaus eindringen lässt. Sie merkte an, dass sich derselbe Schutz auch für Blumen eigne.
«Gewächshaustomaten, Paprika und Auberginen müssen mit einer doppelten Schicht Lutrasil mit einer Dichte von 60 Gramm abgedeckt werden – so können sie durch den doppelten Schutz gerettet werden. Wenn die Pflanzen nicht im Gewächshaus stehen, legen wir ebenfalls Lutrasil auf die Bögen, decken sie aber zusätzlich mit der Folie ab, die normalerweise zum Abdecken von Gurken verwendet wird», erklärte sie.
Falls man auf der Datscha weder Lutrasil noch spezielle Bögen hat, können die Pflanzen mit Hockern und alten Decken gerettet werden. Dabei betonte die Expertin, dass es wichtig sei, die Pflanzen vor dem Isolieren gut mit kaltem Wasser zu gießen – das schaffe einen «Nebelvorhang», der die Setzlinge vor der Kälte schütze.
«Bei Frost beginnt das Wasser unter der Abdeckung zu verdampfen, was die Temperatur um die Pflanzen herum erhöht. Es entsteht also ein Mikroklima, bei dem die Flüssigkeit die Kälte auf sich nimmt. Wenn das Wasser auf Blättern oder Blüten gefriert, befinden sie sich wie in einer Eishülle: Diese Kruste kann sie ebenfalls schützen», fügte sie hinzu.
Außerdem kann man Fünf-Liter-Kunststoffbehälter mit heißem Wasser füllen und über Nacht im Gewächshaus lassen. Allerdings eignet sich diese Methode nicht für Setzlinge, die im Freien gepflanzt wurden. Die Gärtnerin merkte an, dass die Pflanzen sogar unter der Abdeckung eingehen können, wenn die Temperaturen unter 10 Grad fallen.
«Wenn die Pflanzen bereits Frostschäden erlitten haben, kann man versuchen, sie zu retten: In diesem Fall helfen Immunmodulatoren und spezielle Präparate. Beliebte Hausmittel und billige Medikamente aus der Apotheke wie Aspirin sind jedoch keine Option», sagte sie und fügte hinzu, dass nur den Pflanzen geholfen werden könne, die noch einen lebenden Teil hätten.
Woronowa warnte davor, Setzlinge besser erst nach dem 15. Mai ins Freiland zu setzen.
Zuvor hatte die Kinderärztin Larissa Godun über die positiven Auswirkungen der Gartenarbeit auf die Gesundheit berichtet.