Petunien vertragen die Wetterbedingungen im Spätherbst und Winter in der Mittelzone nicht gut. Wenn Sie jedoch einige einfache Empfehlungen befolgen, können Sie den Lebenszyklus der Pflanze verlängern.
Lassen Sie uns erfahren, wie Sie die Petunie bis zum Frühjahr erhalten und welche Pflege sie in dieser Zeit benötigt.
Inhaltsverzeichnis:
Allgemeine Informationen über Petunien
Petunien sind mehrjährige Blütenpflanzen aus den Tropen Südamerikas. Gärtner pflanzen aktiv etwa 25 Sorten dieser Pflanze. Ihre Beliebtheit verdankt die Petunie ihren schönen großen Blüten mit samtiger Oberfläche.
Die Pflanze ist recht anspruchslos, überlebt jedoch in der Natur keinen Winter. Daher ist die Hauptfrage, die fürsorgliche Gärtner beschäftigt: Wie erhält man die Petunie bis zum Frühjahr?
Nicht alle finden Zeit für die mühsame Pflege der südamerikanischen Blume. Manche Hobbygärtner ziehen es vor, verblühte Pflanzen wegzuwerfen und im Frühjahr neue Samen zu säen. Dies ist ein einfacher Weg, das Gartengrundstück mit samtigen Blüten zu schmücken.
Wenn Sie jedoch unbedingt einen geliebten Hybriden erhalten möchten, können Sie die Ratschläge erfahrener Gärtner befolgen und den Lebenszyklus der tropischen Besucherin verlängern.
Es werden zwei Methoden zur Aufbewahrung der Pflanze bis zum nächsten Jahr angewendet:
- die Lagerung als Mutterpflanze;
- die Lagerung von Stecklingen.
Beide Methoden beinhalten das Umsetzen der Blume von draußen ins Haus. Die Blume kann in der Kälte nicht überleben. Manche Sorten werfen vor dem Absterben Samen ab, doch diese Vermehrungsart ist nur in Regionen mit mildem Klima wirksam.
Wie Sie die Petunie als Mutterpflanze bis zum Frühjahr erhalten
Also, um einen ausgewachsenen Petunienstrauch über die Kälte zu bringen, muss er ins Haus umgesiedelt werden. Erforderliche Temperatur: 10-15 Grad. Auch niedrigere Werte sind zulässig, jedoch darf das Thermometer nicht unter null fallen.

Eine weitere Anforderung ist eine ausreichende Beleuchtung. Die optimale Option für die Unterbringung der Petunie im Winter sind verglaste Loggien, geschlossene Veranden, Hauseingänge.
Die Pflanze sollte vor dem ersten Frost umgetopft werden. Geeignete Zeit: September bis Anfang November. Der Strauch wird ausgegraben und in einen Topf gesetzt. Beim Umpflanzen werden trockene und beschädigte Äste abgeschnitten. Manche Gärtner praktizieren einen radikalen Rückschnitt: Alle Triebe werden auf 10-15 cm gekürzt.
Auch vor dem Einbringen der Petunie ins Haus sollte die Pflanze gründlich auf Schädlinge untersucht werden.
Der Herbstbeginn ist die Zeit der höchsten Aktivität der Weißen Fliege, die ihre Eier auf der Blattunterseite ablegt. Gelangt eine befallene Pflanze in den Raum, werden auch die Zimmerpflanzen Opfer dieser Insektenart.
Frühjahrsstecklinge des Mutterstrauchs
Ende Februar wird die Mutterpflanze an den hellsten Standort gebracht. In dieser Zeit wird häufiger gegossen und mit der Düngung begonnen. Wenn die Petunie den Winter gut überstanden hat, kann man Anfang April mit der Stecklingsvermehrung beginnen oder den Strauch ins Freiland oder in Balkonkästen umsetzen.

Die meisten Gärtner sind sich einig, dass die beste Blüte — bei jungen Pflanzen zu beobachten ist.
Daher ist das Auspflanzen bewurzelter Stecklinge des Mutterstrauchs beliebter.
Vom Mutterstrauch werden Stecklinge von 5-10 cm Länge geschnitten. Für die Stecklingsvermehrung benötigt man grüne, nicht verholzte Triebe. Unten werden 2-3 Blätter entfernt, sodass ein kahler Stängel von 1-3 cm Länge entsteht. Oben bleiben 2-3 Blätter. Sind sie ausreichend groß, werden sie halbiert, um die Verdunstung zu reduzieren.

Der kahle Stängel wird in lockere, feuchte Erde (Torf und Vermiculit) gesetzt, der Topf wird mit einem Glas oder einem Plastikbecher abgedeckt. Die Stecklinge werden täglich gelüftet. Wenn alles richtig gemacht wurde, erscheinen nach 2 Wochen junge Triebe.
Das bedeutet, dass die Stecklinge Wurzeln geschlagen haben und das Gewächshaus entfernt werden kann. Bis zur Umpflanzung ins Freiland werden die Stecklinge wie Setzlinge gepflegt.
In dieser Zeit sind Bewässerung, Düngung und regelmäßiges Gipfeln für eine bessere Verzweigung erforderlich. Mit dem Auspflanzen der Setzlinge ins Freie kann begonnen werden, sobald eine Plus-Temperatur von mindestens 10-12 Grad herrscht.
Petunie auf der Fensterbank: Besonderheiten der Pflege
Die Fensterbank ist der geeignetste Ort für die Überwinterung der Blume. Diese Platzierung ermöglicht es, das Tageslicht von draußen optimal zu nutzen und sorgt für eine für die Ruhephase angenehme Temperatur. Wenn das Fenster nach Norden oder Westen zeigt, wird für die Pflanze eine zusätzliche Beleuchtung eingerichtet.
Ein weiterer Vorteil des Standorts auf der Fensterbank ist das Vorhandensein einer Heizung. Wenn man neben der Petunie Gefäße mit Wasser aufstellt, verdunstet dieses intensiver und sorgt für die notwendige Luftfeuchtigkeit.

In der ersten Zeit nach dem "Umzug" kann sich die Petunie unterschiedlich verhalten. Manchmal fällt die Blume sofort in die Ruhephase, in anderen Fällen treibt sie unerwartet neue Triebe und blüht. In einer solchen Situation muss darauf geachtet werden, dass die neuen Stängel die Pflanze nicht schwächen.
Die Pflegeregeln für den Mutterstrauch der Petunie im Winter sind einfach:
- spärliches Gießen 2-3 Mal im Monat;
- keine Düngung oder Nährstoffzugabe;
- hohe Luftfeuchtigkeit;
- gute Beleuchtung.
Bei angemessener Pflege sollte die ruhende Petunie nur teilweise vergilben. Wenn der Gärtner jedoch vertrocknende oder schwarz werdende Blätter und Stängel beobachtet, sollte für die notwendige Luftfeuchtigkeit und Beleuchtung gesorgt werden.
Auch ein schlechter Zustand der Petunie kann durch Mehltau oder nicht bekämpfte Weiße Fliege verursacht werden. Zur Vorbeugung von Krankheiten sollte die Pflanze regelmäßig mit einem speziellen Mittel besprüht werden.
Ein nützliches Video, wie man die Petunie bis zum Frühling erhält:
Wie man Petunien im Herbst durch Stecklinge vermehrt
Die Lagerung von Petunien als Mutterpflanze erfordert eine hohe Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperaturen. Solche Bedingungen sind in einem Wohnraum nur schwer einzuhalten. Daher ist es viel einfacher, die Pflanze in Form von Stecklingen zu erhalten.

In diesem Fall wird die Petunie wie jede andere Zimmerpflanze gepflegt. Außerdem nehmen kleine Töpfe mit Stecklingen viel weniger Platz ein als Behälter mit ausgewachsenen Pflanzen.
Für die Winterlagerung beginnt die Stecklingsvermehrung Ende August bis Anfang September. Zu dieser Zeit entwickelt sich das Wurzelsystem der Ableger schnell. Die Bewurzelungsdauer beträgt — 7-10 Tage.

Der Vorgang dieser Stecklingsvermehrung ist identisch mit den Manipulationen beim Teilen eines überwinterten Mutterstrauches.
Nach der Bewurzelung werden die Töpfe mit den Stecklingen an einen hellen, kühlen Ort gestellt. Am besten eignet sich dafür ein Fensterbrett. Dort kann auch ein offenes Behältnis mit Wasser aufgestellt werden – dies trägt zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit bei. Im Frühjahr können die Pflänzchen sofort in den Garten umgepflanzt werden.
Um die Anzahl der Pflanzen zu erhöhen, können überwinterte Exemplare ebenfalls vorab durch Stecklinge vermehrt werden.
Sehen wir uns ein Video über das richtige Stecklingsschneiden von Petunien an:
Wie man Petunien im Winter im Keller oder im Gewölbekeller lagert
Die Lagerung von Petunien im Keller oder Untergeschoss hat einige Besonderheiten. In dunkle, feuchte Räume sollten die Sträucher und Stecklinge am besten erst kurz vor dem Frost gebracht werden. Dabei wird der Strauch sehr kurz zurückgeschnitten.
Beleuchtung ist in diesem Fall nicht erforderlich. Das Klima im Keller trägt zur Verlangsamung der biologischen Prozesse bei. Die Petunie fällt in einen tiefen Winterschlaf und benötigt keine zusätzliche Beleuchtung.
Anfang Januar wird sie auf das Fensterbrett gestellt. Zu dieser Zeit kann man alles Überflüssige abschneiden und langsam mit dem Gießen beginnen. Außerdem muss eine gute Beleuchtung gewährleistet werden. Eine solche Petunie erwacht schnell und erfreut die Besitzer Ende Februar mit der ersten Blüte.
Was ist der Vorteil der Winterlagerung
Gärtner verbringen nicht umsonst Zeit mit der Erhaltung von Petunien im Winter.

Im Gegensatz zur Aussaat von Samen hat diese Vermehrungsmethode mehrere wichtige Vorteile:
- frühe Blüte: Der Mutterstrauch oder die im Innenbereich überwinterten Stecklinge können bereits Ende Februar blühen;
- einfache Gewinnung von Setzlingen: Stecklinge sind viel widerstandsfähiger als aus Samen gezogene Keimlinge;
- Erhaltung seltener Hybriden, die sich ausschließlich vegetativ vermehren.

Die Winterlagerung verschiedener Petunien-Sorten kann einige individuelle Besonderheiten aufweisen. Ein aufmerksamer Gärtner sollte den Zustand der Pflanzen beobachten und rechtzeitig die Luftfeuchtigkeit, Beleuchtung und Temperatur regulieren.
Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, sollte man mehrere Blumen ins Haus holen. Selbst wenn 1-2 Pflanzen eingehen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, den Lieblingshybriden zu erhalten.