Die Geheimnisse der Pepino. Wie Sie die exotische Kultur zu Hause oder im Garten anbauen

Diese Pflanze wird Melonenbirne oder Süßgurke genannt, aber in Wirklichkeit ist die Pepino — ein naher Verwandter von Tomaten, Paprika, Kartoffeln und Auberginen. Wir erklären, wie Sie die exotische Kultur zu Hause oder im Garten anbauen.

Pepino — eine Pflanze mit Geschichte. Die Indianer Südamerikas bauten sie bereits in vorkolumbianischer Zeit an. Im industriellen Maßstab wird sie in Ländern mit warmem Klima angebaut. Im Freiland kann der Ertrag etwa 60 Tonnen pro Hektar erreichen, unter geschützten Bedingungen — bis zu 30 kg pro Quadratmeter.

In Russland wächst die Pepino erfolgreich sowohl in Gewächshäusern (im ganzen Land) als auch im Freiland (im Süden des Landes) sowie in der Zimmerkultur — unter anderem als Zierpflanze. Dennoch ruft sie bei Gärtnern nach wie vor kein großes Interesse hervor, vor allem weil ihre Biologie nicht verstanden wird.

Botanische Besonderheiten

Pepino (Solanum muricatum) — eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der vielgestaltigen Nachtschattengewächse. In biologischer Hinsicht ähnelt die Pepino in der Anbautechnik am ehesten den hochwüchsigen Auberginensorten.

Die Blätter der Pepino sind einfach, können gelappt oder lanzettlich sein und haben eine satte grüne Farbe. Die Blattspreite ist glatt und deutlich behaart. Im Laufe des Wachstums bildet die Pflanze, wie auch bei Tomaten, Blütenstände mit einer großen Anzahl von Blüten. Die Blütenfarbe variiert je nach Sorte; einige von ihnen haben einen leichten, kaum wahrnehmbaren Duft.

Die Fruchtform variiert ebenfalls stark zwischen den verschiedenen Sorten: Sie sind rund, birnenförmig oder länglich. Das Gewicht einer einzelnen Frucht schwankt in weiten Grenzen — von 50 bis 700–750 g. Im Stadium der vollen Reife wird das Fruchtfleisch zart, saftig, cremegelb oder leuchtend gelb mit violetten Streifen und Flecken. Bei der Sorte Consuelo, die in Russland am weitesten verbreitet ist (sie wird in vielen Gartengeschäften angeboten), erscheinen auf der Schale charakteristische längs verlaufende lila Streifen. Die Schale reifer Früchte ist dünn, durchscheinend und lässt sich leicht vom Fruchtfleisch lösen.

Unter optimalen Wachstumsbedingungen entwickeln die Früchte eine ausgeprägte Süße und ein tropisches Aroma. Wenn die Pflanze jedoch zu wenig Licht erhält oder anderen Stressfaktoren ausgesetzt ist, wird der Geschmack wässrig und kann von der Konsistenz her an eine nicht süße Melone erinnern.

Zubereitung

Pepino wird vom Körper gut aufgenommen und findet in der Küche vielfältige Verwendung. Es wird frisch als eigenständiges Dessert genossen, in Salaten wie Tomaten verwendet, sowie zur Verarbeitung und Konservierung genutzt. Das Fruchtfleisch ist reich an Vitaminen, Zuckern, organischen Säuren, Mikro- und Makronährstoffen und enthält zudem aromatische Öle.

Anbautechnik

Für den Anbau von Pepino ist ein gut beleuchteter Standort erforderlich. Dabei sollte die Pflanze vor der direkten Mittagssonne geschützt werden. Im Freiland gedeiht sie sogar besser bei leichter Beschattung. Die optimale Temperatur für die Melonenbirne liegt im Bereich von 20—25°C, mit zulässigen Schwankungen von +15 bis +30°C.

Die Früchte und verholzten Pflanzenteile können kurzfristige Herbstfröste überstehen, was besonders für Regionen mit unbeständigem Wetter wichtig ist.

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Bei Zimmerkultur kann Pepino bei guter Beleuchtung das ganze Jahr über wachsen. Im Winter benötigt die Pflanze mäßiges Gießen und unbedingt eine Drainage. Gerade Staunässe ist die häufigste Todesursache  — Wasserstau im Substrat führt schnell zu Wurzelfäule.

Überwinterung

Im Winter sollte der Topf am besten auf ein Südfenster gestellt werden. Bei Lichtmangel kann das Wachstum zum Stillstand kommen. In diesem Fall wird die Temperatur allmählich gesenkt (auf 5—6°C über Null) und die Bewässerung reduziert. Dabei fallen die Blätter teilweise ab — das ist ein natürlicher Vorgang. Im Ruhezustand kann Pepino bis zu zwei Monate verbleiben, auch ohne Beleuchtung.

Der Überwinterungsraum muss regelmäßig gelüftet werden, und eine hohe Luftfeuchtigkeit ist zu vermeiden. Die Bewässerung ist minimal — nur um ein Austrocknen des Wurzelsystems zu verhindern.

Ende Januar wird die Temperatur allmählich erhöht, die Beleuchtung verstärkt und das Gießen mit warmem Wasser wieder aufgenommen. Mit dem Erscheinen junger Triebe wird die Pflanze gedüngt. In dieser Zeit ist es auch günstig, Stecklinge für die Vermehrung zu schneiden.

Die Überwinterung ist für Pepino jedoch eine Notlösung. Und auf einem sonnigen Fensterbrett bei Zimmertemperatur kann es das ganze Jahr über Früchte tragen.

Substrat und Vermehrung

Der Boden für Pepino sollte locker, neutral im Säuregehalt und fruchtbar sein (jede Erde für Tomaten- und Paprikasetzlinge ist geeignet). Für normales Wachstum und Bestäubung wird die Luftfeuchtigkeit bei etwa 70% gehalten, kombiniert mit regelmäßigem Lüften. Bei Bedarf wird eine künstliche Bestäubung durchgeführt.

Das Hauptproblem von Pepino ist die lange Vegetationsperiode. Daher ist es nicht möglich, ihn wie Tomaten durch Aussaat im März anzubauen. Um bereits im Juli-August eine Ernte zu erzielen, werden die Samen im Januar ausgesät. Dabei entwickelt sich die Jungpflanze langsam und benötigt zusätzliche Beleuchtung. In warmem Boden erscheinen die Keimlinge nach 7–20 Tagen. Pepino verträgt das Umpflanzen gut und passt sich leicht an den neuen Standort an. Insgesamt ähnelt die Anzucht der Jungpflanzen weitgehend der von Auberginensetzlingen.

Aus Stecklingen entwickelt sich Pepino jedoch deutlich schneller als aus Sämlingen. Daher empfehle ich, nachdem Sie ihn aus Samen gezogen haben, die Mutterpflanze für die Stecklingsvermehrung ganzjährig im Zimmer oder im Gewächshaus zu halten.

Die Stecklinge bewurzeln sich innerhalb einer Woche bei Zimmertemperatur – es reicht, sie ins Wasser zu stellen, wobei der untere Schnitt 1–2 cm eintaucht. In den ersten Tagen ist es empfehlenswert, einen Treibhauseffekt zu erzeugen, indem man das Gefäß mit einem durchsichtigen Becher oder einer Tüte abdeckt.

Harvest

Anzeichen der Fruchtreife sind das Auftreten von länglichen violetten Streifen und die Erweichung des Fruchtfleisches. Zur Lagerung werden die Früchte in Papier eingewickelt und in den Kühlschrank gelegt, wo sie mehrere Monate haltbar sind.

Übrigens

Pepino kann man keine schwierige Kultur nennen, wenn man seine biologischen Besonderheiten berücksichtigt. Das Wichtigste, woran man denken sollte, ist die lange Vegetationsperiode. Daher beginnt der Anbau im Winter. Um das Wachstum zu beschleunigen, wird empfohlen, die Jungpflanzen in Erde mit Zusatz von Wurmhumus zu setzen.

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