Nicht nur spanische. Fünf Arten von Nacktschnecken, die besonders gefährlich für den Menschen sind.

Morgens im Gemüsegarten funkelt kühler Tau auf den Pflanzen… Und gleichzeitig schimmern in den Morgenstrahlen der Sonne die Schleimspuren auf den Blättern, die von Nacktschnecken hinterlassen wurden. Sofort sind auch die Spuren ihrer Arbeit zu sehen — Löcher in Blättern und Früchten. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto mehr sind es. Die Hitze überstehen die Nacktschnecken in Kellern, um dann wieder hervorzukommen. Diese auf den ersten Blick harmlosen Lebewesen können in kurzer Zeit Pflanzen und Früchte in ein löcheriges Sieb verwandeln. Wir werden uns ansehen, welche Arten es gibt, wie gefährlich sie sind und wie man sie bekämpft.

Welche Arten von Nacktschnecken gibt es

Nacktschnecken sind nackte Schnecken, denen das schützende Gehäuse fehlt. In den Gärten von Hobbygärtnern sind am häufigsten mehrere Arten anzutreffen.

Große Nacktschnecke (Limax maximus)

Eine große Nacktschnecke mit einer Länge von etwa 10 cm. Die Färbung ist sehr variabel: von fast weiß über grau bis gelblich, mit dunkleren Flecken und Streifen. Manchmal ist die Zeichnung blass oder fast nicht vorhanden, wodurch die Individuen einfarbig hell erscheinen. Diese Art ernährt sich aktiv von Pflanzenresten und verrottenden Pflanzenteilen, Humus, Pilzen, beschädigt aber manchmal auch Gemüse und Obst. Sie ist häufig in Gärten, Parks und in der Nähe von Wohnhäusern anzutreffen.

Netz- oder Leoparden-Nacktschnecken (Limax maximus)

Die Leoparden-Weichtiere sind ziemlich groß, mit einem charakteristischen gefleckten oder gestreiften Muster. Die Länge kann 15-20 cm erreichen. Sie sind in warmen, feuchten Nächten aktiv und verstecken sich tagsüber unter Steinen, Brettern, in Gewächshausritzen.

Feld- oder Graue Nacktschnecken (Deroceras reticulatum)

Die Feld-Nacktschnecken sind kleiner — bis zu 5-6 cm. Die Farbe variiert von grau bis braun, der Körper ist glatt und ohne Muster. Dies ist die am weitesten verbreitete und gefräßigste Art in den Gemüsegärten der Mittelzone.

Schwarze oder Wald-Nacktschnecken (Arion ater)

Wald-Nacktschnecken sind groß — bis zu 12-15 cm, die Färbung reicht von dunkelbraun bis fast schwarz. Sie kommen häufiger in schattigen, feuchten Gegenden vor, wandern aber bei großer Anzahl auch in die Beete.

Spanische Nacktschnecke (Arion vulgaris)

Ursprünglich war diese Art in Spanien und den Nachbarländern verbreitet, aber dank der warmen Winter und feuchten Sommer hat sie sich massenhaft in der Oblast Moskau und anderen Städten der zentralen Region ausgebreitet.

Wodurch unterscheiden sich die verschiedenen Nacktschneckenarten

Nacktschnecken unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern auch in ihrer «Spezialisierung». So bevorzugen graue Nacktschnecken junges zartes Grün, Leoparden-Nacktschnecken können sogar grobe Fasern von Kohlköpfen anfressen, und die Spanische Nacktschnecke frisst alles — von Salat und Erdbeeren bis zu Kartoffeln und Kohl.

Wie gefährlich sind Nacktschnecken

Nicht nur, dass Nacktschnecken Gemüse, Obst und Zierpflanzen fressen — sie tun dies besonders heimtückisch. In einer Nacht kann eine einzige Nacktschnecke mehrere Kohlblätter verderben oder einen jungen Salatkeimling vollständig abnagen.

Die Hauptprobleme durch Nacktschnecken:

· Mechanische Schäden. Blätter, Stängel und Früchte werden mit zerrissenen Löchern bedeckt, was den Ertrag und das Aussehen der Produkte beeinträchtigt.

· Übertragung von Pflanzenkrankheiten. Schnecken sind Überträger von Pilzsporen und Bakterien, die Fäulnis und Schimmel verursachen.

· Gefahr für die menschliche Gesundheit. Schnecken fressen sehr gerne Tierkot und tote Tiere. Sie können Eier und Larven von Parasiten übertragen, die für Haustiere und Menschen gefährlich sind (insbesondere beim Verzehr von ungewaschenen Beeren und Kräutern).

Warum vermehren sie sich so schnell

Das Geheimnis liegt in der Biologie: Schnecken sind Zwitter (zweigeschlechtlich), das heißt, jedes Individuum kann Eier legen. Pro Saison produziert eine Schnecke bis zu 500-700 Eier und versteckt sie in feuchten, geschützten Orten. In einem warmen und regnerischen Sommer wächst ihre Zahl buchstäblich vor unseren Augen.

Wie man Nacktschnecken loswird: Bewährte Methoden

1. Vorbeugung — die wichtigste Waffe

· Entfernen Sie Verstecke. Bretter, Steine, alte Säcke und Holzstapel sind die beliebten «Tagesverstecke» der Schnecken.

· Regelmäßiges Jäten. Dichte Unkrautbestände spenden Schatten und Feuchtigkeit — ideale Bedingungen für die Vermehrung.

· Mulchen mit Bedacht. Eine Schicht aus frischem Gras oder Blättern hält Feuchtigkeit und lockt Schädlinge an. Wenn Sie mulchen, verwenden Sie trockene Materialien (Stroh, getrocknetes Gras, keine Küchenabfälle, die die Schnecken noch mehr anziehen würden) und nicht zu dick.

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2. Barrieren und Abwehrmittel

· Asche, zu Pulver zermahlen, und Kalk reizen den zarten Körper der Schnecken und behindern ihre Fortbewegung. Sie werden um die Pflanzen gestreut, aber nach Regen muss die Schicht erneuert werden.

· Kupferband. Der Kontakt mit Kupfer löst bei Schnecken einen leichten elektrischen Impuls aus, und sie umgehen das Hindernis. Diese Methode ist besonders gut in Gewächshäusern und auf Erdbeerbeeten geeignet.

3. Fallen

· Bierfallen. Ein Glas oder Behälter wird bündig in die Erde eingegraben und mit Bier gefüllt. Der Geruch lockt Schnecken an, sie kriechen hinein und ertrinken.

· Köderbretter. Drehen Sie morgens die auf das Beet gelegten Bretter um — darunter verstecken sich Dutzende Schädlinge. Diese lassen sich leicht einsammeln und vernichten.

4. Biologische Kontrolle

· Natürliche Feinde. Igel, Kröten, Kurzflügelkäfer und sogar einige Vögel fressen gerne Schnecken. Wenn möglich, schaffen Sie Bedingungen für ihre Anwesenheit.

· Nematoden gegen Schnecken (Phasmarhabditis hermaphrodita). Dies sind mikroskopisch kleine Würmer, die in den Körper der Schnecke eindringen und sie von innen zerstören. Sie werden als Pulver zum Ansetzen verkauft.

5. In Russland verwendete chemische Molluskizide

Im Kampf gegen Nacktschnecken werden in Russland mehrere Arten von chemischen Mitteln eingesetzt — Molluskizide. Die häufigsten Wirkstoffe sind: Metaldehyd, Eisenphosphat sowie Kupfersulfat, Kalziumcyanamid und Chlorkalk. Die ersten beiden werden am häufigsten verwendet, während die anderen seltener oder als Bestandteil von Kombinationspräparaten eingesetzt werden.

6. Metaldehyd

Wirkmechanismus: Die Substanz reizt die Schleimhäute und den Verdauungstrakt der Nacktschnecken, was bei ihnen zu intensiver Austrocknung und infolgedessen zum Tod führt.

Präparate auf Basis: «Grosa» (auch bekannt als «Meta»), «Ulizid», «Chischnik», «Patrul ot Slisnej» und andere.

Anwendungsmethode: Die Granulate werden gleichmäßig um die Kulturpflanzen herum, in den Reihenzwischenräumen oder entlang der Gartenwege ausgestreut. Die größte Wirksamkeit wird bei abendlicher Ausbringung erzielt, wenn die Mollusken ihre aktive Aktivität beginnen.

Sicherheitsmaßnahmen: Metaldehyd ist giftig für Menschen, Haustiere und Wildtiere. Bei der Arbeit müssen Handschuhe getragen werden und die Ernte darf frühestens 2-3 Wochen nach der Behandlung erfolgen.

Vorteile: Hohe Wirksamkeit, Beständigkeit gegen Niederschlag, breite Verfügbarkeit.

7. Eisenphosphat

Wirkmechanismus: Führt zur Austrocknung der Nacktschnecken, ist aber dabei unbedenklich für Menschen, Tiere, Vögel und schadet dem Boden nicht.

Präparate: Ferramol, «Ulizid» (Varianten auf Basis von Eisenphosphat), Escar-Go, Sluggo, SlugMagic.

Anwendungsmethode: Die Granulate werden auf den Beeten, entlang der Wege oder um die Pflanzen herum ausgestreut, wodurch eine Schutzbarriere entsteht. Das Präparat ist regenbeständig.

Vorteile: Umweltfreundlichkeit, Sicherheit, Möglichkeit der Anwendung im ökologischen Landbau, in geringer Menge kann es von Pflanzen als Dünger bei Eisenmangel aufgenommen werden.

8. Andere Substanzen

Kupfersulfat, Kalziumcyanamid, Chlorkalk und einige andere Verbindungen werden ebenfalls gegen Mollusken eingesetzt, jedoch seltener. Häufiger sind sie Bestandteil von Kombinationspräparaten oder werden unter spezifischen Bedingungen angewendet. Aufgrund ihrer höheren Toxizität erfordern sie einen vorsichtigen Umgang und die strikte Einhaltung der Anweisungen.

Wie man Molluskizide richtig einsetzt

1. Auswahl des Mittels.

Für umweltfreundliche und sichere Behandlungen wählen Sie bitte Präparate auf Basis von Eisenphosphat. Wenn Sie die Schädlinge schnell und massenhaft vernichten müssen — eignen sich Metaldehyd-haltige Mittel.

2. Behandlungszeitpunkt.

Die Granulate werden abends ausgebracht, während der Zeit der maximalen Aktivität der Nacktschnecken.

3. Wiederholte Behandlungen.

Bei Verwendung von Metaldehyd wird der Vorgang alle 7-10 Tage wiederholt, um eine neue Generation von Schädlingen zu vernichten.

4. Sicherheitsmaßnahmen.

Metaldehyd erfordert die strikte Einhaltung der Regeln: das Arbeiten mit Handschuhen, der Ausschluss von Kindern und Tieren, die Lagerung an unzugänglichen Orten. Eisenphosphat ist sicherer, muss aber ebenfalls gemäß der Anleitung gelagert und verwendet werden.

Viele Gärtner berichten, dass eine Kombination von Methoden am besten funktioniert. Zum Beispiel: zuerst das Entfernen von Müll und Unkraut, dann das Aufstellen von Bierfallen, und um besonders wertvolle Beete herum eine Barriere aus Asche und Kupferband. Dieser Ansatz reduziert die Anzahl der Schnecken um ein Vielfaches, ohne den massiven Einsatz von Chemie.

Fazit: Der Kampf gegen Schnecken erfordert Systematik. Wenn man sich auf eine einzige Methode beschränkt, passen sich die Schädlinge schnell an. Aber die Kombination von Vorbeugung, physischen Barrieren, Fallen und biologischen Mitteln liefert ein nachhaltiges Ergebnis — und Ihr Garten bleibt grün und die Ernte unversehrt.

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