Besitzer kleiner Teiche, die ausschließlich aus Schönheitsgründen angelegt wurden, begegnen ihren Schöpfungen mit besonderer Ehrfurcht und schätzen sie nahezu genauso wie ihren Garten und Gemüsegarten, manchmal sogar noch mehr. Wenn sie im Mai von einem Spätfrost überrascht werden, zerbrechen sie sich den Kopf, wie sie diese Schönheit unbeschadet erhalten können. Worüber sollten sie sich Sorgen machen, und worüber vielleicht eher nicht?
Antwortet Agronom Petr Sinkowski:
— Im Großen und Ganzen kann eine solche Unannehmlichkeit wie die Maikälte einem Gewässer besonderen Schaden nicht zufügen. Selbst wenn Sie vor ihrem Eintreten frisches Pflanzmaterial von Wasserpflanzen platziert haben, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Erstens hält eine kleine Minustemperatur nicht besonders lange an, und selbst nachts reicht die Abkühlung nicht aus, um den Zierteich mit Eis zu bedecken, geschweige denn, ihn in voller Tiefe durchfrieren zu lassen, selbst wenn diese nur einen Meter beträgt. Die Wassertemperatur bleibt dennoch positiv, auch wenn dieses Plus gering ist, aber es reicht völlig aus, damit sich die Pflanzen oder die in Ihrem Teich lebenden Fische wohlfühlen. Ja, die Fischpopulation fällt in eine leichte Erstarrung, aber das ist für sie völlig natürlich und ohne schwerwiegende Folgen. Die Wasserflora kann allenfalls in ihrer Entwicklung verzögern, und die üblichen Bewohner solcher Gewässer wie Seerosen oder Wasserlilien blühen etwas später als gewöhnlich.
Die Pflanzen hingegen, die den Teich einfassen, befinden sich in einer komfortableren Lage. Die Nähe zum Wasser — einem hervorragenden Wärmespeicher — kommt ihnen zugute und schützt sie vor den negativen Auswirkungen der Kälte. Man kann sie zwar mit einem Vlies abdecken — für den Fall der Fälle, aber in der Regel ist das nicht erforderlich.
Eine Ausnahme können nur ausgesprochen wärmeliebende Wasserbewohner bilden, exotische Lotosblüten und dergleichen, die aus tropischen asiatischen Regionen stammen, aber das ist auf normalen Datschen äußerst selten. Die heimischen Arten sind von Natur aus an derartige Katastrophen angepasst, und Verluste sind unter ihnen wohl kaum zu erwarten.