Jeder Hobbygärtner hat seine eigenen Geheimnisse und Kniffe, um eine reiche Ernte zu erzielen. Darüber wird in seriösen Publikationen oft nicht geschrieben, aber manchmal funktionieren sie tatsächlich. Ein Agronom hat über seine persönliche Methode berichtet, den Boden fruchtbarer zu machen.
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Wie können Kohlstrünke dem Boden helfen?
Jeden Herbst und Winter wiederholt sich bei mir dieselbe Szene: Die Nachbarn, die am Grundstück vorbeigehen, blicken verwundert auf die Beete mit den zurückgelassenen Kohlstrünken. Manche scherzen, manche schütteln den Kopf – der Besitzer sei wohl zu faul gewesen, den Garten zu räumen. Ich lächle nur: Sie werden es ohnehin nicht verstehen, dass von reiner Brachfläche im Garten wenig Nutzen ausgeht.
Die Sache ist, dass die Bodenfruchtbarkeit direkt davon abhängt, wie viel organische Substanz im Boden ist. Und organische Substanz – das sind die verrotteten Pflanzenreste. Das Wurzelsystem von Kohl ist sehr kräftig, die im Winter im Boden belassenen Strünke mit Wurzeln sterben allmählich ab und verwandeln sich bis zum Frühjahr in natürlichen Dünger. Der Boden wird lockerer, humusreicher, hält Feuchtigkeit besser und erwärmt sich schneller. Später, wenn starker Frost einsetzt (damit man den Boden nicht betritt, bevor er gefroren ist, und die Strünke leichter brechen), kann man die oberen Teile der Strünke bequem mit einem Spatenhieb auf Bodenhöhe abschlagen und auf den Kompost geben, während die Wurzeln im Boden verbleiben.
Aber ich tue das nicht (das ist in der Mittelzone nötig), weil bei uns im Süden die Kohlstrünke in den meisten Wintern überwintern und im Frühling junge Blätter treiben, die sowohl für Salat als auch als Tierfutter geeignet sind.
Aber das Interessanteste – die vielfältigen nützlichen Funktionen, die die im Boden zurückgelassenen Kohlwurzeln erfüllen.
1. Sie verbessern den Boden
Wenn die Kohlwurzeln verrotten, verbessern sie die Bodenstruktur. Es entstehen mehr Bodenkanäle und Poren, in denen sich nützliche Mikroflora ansiedelt. Der Boden wird «lebendig», luftiger und leichter.
2. Sie locken Regenwürmer an
Würmer fühlen sich in den verrottenden Fasern sehr wohl. Indem sie sich in diesen «Wurzellabyrinthen» bewegen, lockern sie die Erde auf und versorgen sie mit Luft. Im Frühling erwacht das Grundstück regelrecht zum Leben – das sieht man sofort, wenn man beginnt, die Beete vorzubereiten: Im Boden sind viele Würmer, und die Erde ist locker, krümelig wie guter hausgemachter Hüttenkäse.
3. Sie halten Feuchtigkeit fest
Die Wurzelreste wirken, wenn sie sich in weiche organische Substanz verwandeln, wie ein Schwamm. Im Frühling trocknet der Boden weniger aus, was besonders auf leichten Lehm- und Sandböden wichtig ist.
Futter für Hasen
Es gibt allerdings eine Beobachtung, die ich teilen möchte.
Im Winter ziehen die Wurzeln manchmal Wildtiere an — Hasen und Rehe. Sie können im Beet graben, aber das schadet dem Garten nicht: Die Kohlreste sind für sie eine Leckerei, aber die Baumrinde lassen sie in Ruhe, da sie satt sind. In gewisser Weise ist das also sogar ein Schutz für den Garten.
Werden sich Schädlinge in den Strünken ansiedeln?
Natürlich könnte man einwenden, dass in den über den Winter stehen gelassenen Kohlstrünken die Larven der Kohlfliege und die Kohlblattlaus überwintern. Aber in der Regel pflanze ich nach dem Kohl Tomaten und Paprika, denen diese Schädlinge nichts anhaben. Die Kohlwurzeln verbessern hingegen den Boden für Tomaten und andere Nachtschattengewächse.
Kurz gesagt — die über den Winter stehen gelassenen Kohlwurzeln werden zu einem kostenlosen Dünger, Bodenverbesserer und «Zuhause» für Würmer. Im Frühling funktioniert ein solches Beet ganz anders: locker, lebendig, warm — einfach nehmen und bepflanzen. Und im Süden – ist das auch noch Frühlingskohlgrün.